Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft expandierte im Jahr 2015 nach wie vor moderat und ungleichmäßig. Der Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) verringerte sich leicht auf 3,1 Prozent gegenüber 3,4 Prozent im Jahr 2014. Dies geht vor allem auf ein schwächeres Wachstum in den Schwellenländern zurück. Im Gegensatz dazu erwies sich die konjunkturelle Lage in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften als robust.

Im Euroraum belebte sich die Wirtschaft etwas und verzeichnete einen Anstieg des realen BIP von 1,5 Prozent nach 0,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Unterstützend wirkte insbesondere die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank auf die Binnennachfrage, während die Exporte unter einer Verlangsamung des globalen Handels litten.

Die deutsche Wirtschaft setzte im Berichtszeitraum ihren konjunkturellen Aufschwung fort. Das reale BIP wuchs um 1,7 Prozent nach 1,6 Prozent im Vorjahr. Auch in Frankreich konnte die Wirtschaft wieder einen Aufwärtskurs einschlagen. Das reale BIP-Wachstum im Jahr 2015 betrug 1,2 Prozent nach 0,2 Prozent im Jahr 2014. Die Wirtschaftstätigkeit in Großbritannien verlangsamte sich geringfügig mit einem Anstieg des realen BIP um 2,4 Prozent nach 3,0 Prozent im Vorjahr.

Die US-Konjunktur nahm nach einem schwachen Auftakt im Jahresverlauf wieder Fahrt auf. Insgesamt stieg das reale BIP im Jahr 2015 um 2,4 Prozent nach 2,4 Prozent im Jahr 2014.

Entwicklung relevanter Märkte

Die nachfolgende Analyse fokussiert Märkte und Regionen, die eine hinreichende Größe aufweisen, deren Entwicklung angemessen aggregierbar ist und die aus Konzernsicht über eine strategische Bedeutung verfügen.

Die europäischen TV-Werbemärkte entwickelten sich im Jahr 2015 insgesamt positiv. Die TV-Werbemärkte in Deutschland und Ungarn verzeichneten ein moderates Wachstum, während sich die TV-Werbemärkte in Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Kroatien stabil bis leicht wachsend entwickelten. Der TV-Werbemarkt in Spanien wuchs erneut deutlich.

Der Absatz gedruckter Bücher in den USA wuchs moderat, die Verlagsumsätze mit E-Books gingen aufgrund veränderter Verkaufskonditionen stark zurück. Der Markt für gedruckte Bücher in Großbritannien wuchs deutlich. Die deutsch- und spanischsprachigen Buchmärkte entwickelten sich weitgehend stabil.

Die Zeitschriftenmärkte in Deutschland und Frankreich waren 2015 durch deutlich rückläufige Print-Anzeigenmärkte und moderat rückläufige Vertriebsmärkte geprägt, während die Digitalmärkte ein starkes Wachstum verzeichneten.

Aufgrund des anhaltenden Trends zum Outsourcing profitierten die Arvato-Geschäfte für Customer Relationship Management, Supply Chain Management, Financial Solutions, IT Solutions und Digital Marketing von einem moderaten bis deutlichen Wachstum.

Die relevanten europäischen Druckmärkte entwickelten sich 2015 insgesamt rückläufig, wobei sich der Offsetmarkt deutlich stabiler entwickelte als der Tiefdruckmarkt. Der nordamerikanische Buchdruckmarkt verzeichnete einen moderaten Rückgang.

Die weltweiten Musikverlagsmärkte wiesen ein leichtes Wachstum auf, die seit Jahren rückläufigen Tonträgermärkte stabilisierten sich.

Die US-amerikanischen Bildungsmärkte sind 2015 in den für Bertelsmann relevanten Marktsegmenten E-Learning in den Bereichen Gesundheitswesen und Technologie, Online- Dienstleistungen und Hochschulbildung erwartungsgemäß stark gewachsen.