Geschäftsverlauf der Bereiche des Konzerns

RTL Group

Umsatzanalyse

Umsatzanalyse

Europas führender Unterhaltungskonzern verzeichnete einen positiven Geschäftsverlauf und steigerte 2015 sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis. Der Umsatz der RTL Group wuchs um 3,8 Prozent auf 6,0 Mrd. € (Vj.: 5,8 Mrd. €), was insbesondere auf die gute Entwicklung der europäischen Werbemärkte, den starken Ausbau des Digitalgeschäfts und positive Währungseinflüsse zurückzuführen ist. Das Operating EBITDA legte im Berichtszeitraum um 1,6 Prozent auf 1,4 Mrd. € (Vj.: 1,3 Mrd. €) zu. Ein deutlich höherer Ergebnisbeitrag der Mediengruppe RTL Deutschland und von RTL Hungary konnte Rückgänge im Produktionsgeschäft von Fremantle Media überkompensieren. Die EBITDA-Marge betrug im Berichtsjahr 22,5 Prozent (Vj.: 23,0 Prozent). Die RTL Group beschäftigte zum Jahresende 12.258 Mitarbeiter.

Die europäischen TV-Werbemärkte, in denen die RTL Group aktiv ist, legten 2015 durchweg zu oder blieben stabil. Besonders Deutschland verzeichnete Zuwächse, wobei die Mediengruppe RTL sich besser als der Gesamtmarkt entwickelte. Sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis erreichten erneut Rekordwerte. Dazu trug neben steigenden Werbeeinnahmen auch ein wachsendes Distributionsgeschäft bei. Der Hauptsender RTL Television blieb in der Primärzielgruppe trotz leicht rückläufiger Zuschauerzahlen weiterhin klarer Marktführer.

Die französische Groupe M6 verzeichnete vor dem Hintergrund des Verkaufs der E‑Commerce-Plattform Mistergooddeal im Vorjahr und geringerer Erlöse im Homeshopping-Geschäft einen moderaten Rückgang beim Umsatz und ein leicht niedrigeres Operating EBITDA. Die Sendergruppe konnte ihren Zuschauermarktanteil in Summe steigern. In den Niederlanden erzielte RTL Nederland unter anderem dank wachsender Distributionserlöse einen höheren Umsatz; das operative Ergebnis blieb stabil. Die deutliche Führung in der Zuschauergunst konnte RTL Nederland weiter ausbauen.

Die Produktionstochter Fremantle Media steigerte ihren Umsatz primär dank positiver Wechselkurseffekte. Das operative Ergebnis war unter anderem aufgrund geringerer Ergebnisbeiträge aus dem Format „American Idol“ und erhöhter Investitionen in neue Formate rückläufig. Internationale Erfolge erzielte das Unternehmen beispielsweise mit der für RTL Television produzierten Serie „Deutschland 83“, die im Berichtsjahr in die USA und nachfolgend in zahlreiche weitere Länder verkauft werden konnte.

Die RTL Group investierte weiterhin in ihre drei strategischen Säulen Sender-, Inhalte- und Digitalgeschäft und lancierte 2015 vier neue lineare TV-Sender: Im März gingen in Kroatien drei thematische Pay-TV-Sender an den Start, im September der Nachrichtenkanal RTL Z in den Niederlanden. Das Produktionsgeschäft wurde ausgebaut: Fremantle Media erwarb unter anderem Anteile an den Produktionsfirmen Full Fat TV und Naked Entertainment in Großbritannien, Wildside in Italien, Fontaram und Kwaï in Frankreich sowie No Pictures Please in den Niederlanden. Damit stärkte Fremantle Media die kreative Vielfalt des Unternehmens in den Genres Scripted, Unterhaltung und Factual.

Die Digitalumsätze der RTL Group wuchsen um 72 Prozent und überschritten die Schwelle von 500 Mio. Euro; ihr Anteil am Gesamtumsatz verdoppelte sich im Berichtszeitraum auf acht Prozent. Die Anzahl der Onlinevideo-Abrufe auf den Angeboten der RTL Group erreichte 105 Milliarden – ein Zuwachs von 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Unternehmen des im Juni gegründeten RTL Digital Hub – v. a. BroadbandTV, StyleHaul und SpotX – steigerten ihre Umsätze jeweils deutlich um hohe zweistellige Raten.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Penguin Random House

Umsatzanalyse

Umsatzanalyse

Die weltweit führende Publikumsverlagsgruppe Penguin Random House steigerte sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2015 deutlich. Der Umsatz stieg in stabilen Märkten dank positiver Wechselkurseffekte um 11,8 Prozent auf 3,7 Mrd. € (Vj.: 3,3 Mrd. €), das Operating EBITDA legte kräftig um 23,2 Prozent auf 557 Mio. € (Vj.: 452 Mio. €) zu. Dahinter standen außer den genannten Wechselkurseffekten Einsparungen aus der inzwischen weitgehend abgeschlossenen Integration der zum 1. Juli 2013 zusammengeführten Geschäfte von Penguin und Random House sowie ein starkes Bestsellergeschäft. Die EBITDA-Marge betrug 15,0 Prozent (Vj.: 13,6 Prozent). Die Buchverlagsgruppe, deren Anteile mit Ausnahme des vollständig zu Bertelsmann gehörenden deutschen Geschäfts zu 53 Prozent von Bertelsmann und zu 47 Prozent von Pearson gehalten werden, beschäftigte zum Jahresende 10.582 Mitarbeiter.

Zu den nachgefragtesten Veröffentlichungen des Jahres zählte Paula Hawkins’ Debütroman „Girl on the Train“, von dem Penguin Random House im englisch- und deutschsprachigen Raum mehr als sieben Millionen Exemplare in allen Formaten – gedruckt, E-Book oder Hörbuch – absetzte. „Grey“, der neue Roman von E L James aus der Reihe „Fifty Shades“, wurde in Englisch, Deutsch und Spanisch 8,5 Mio. Mal verkauft. Im Kinder- und Jugendbuchbereich waren insbesondere Titel von Dr. Seuss mit insgesamt 10,8 Millionen verkauften Exemplaren und „Diary of a Wimpy Kid: Old School“ von Jeff Kinney mit 1,2 Millionen verkauften Exemplaren erfolgreich.

In den USA platzierten die Verlage von Penguin Random House 584 Print- und E-Book-Titel auf den Bestsellerlisten der „New York Times“, davon 79 auf Platz eins. Neben Büchern wie „Rogue Lawyer“ von John Grisham, „The Life-Changing Magic of Tidying Up“ von Marie Kondo und „Between the World and Me“ von Ta-Nehisi Coates waren zahlreiche Kinderund Jugendbücher erfolgreich, darunter „Paper Towns“ von John Green sowie neue Romane von James Dashner und Rick Yancey. Umsatz und Ergebnis lagen über Vorjahr.

Penguin Random House UK wuchs profitabel. Die dortigen Verlage stellten 211 Titel auf den Bestsellerlisten der „Sunday Times“, davon 31 auf Platz eins. Zu den nachgefragtesten Veröffentlichungen zählten auch hier „Grey“ von E L James und „Girl on the Train“ von Paula Hawkins, Belletristik von Harper Lee und Jeff Kinneys „Diary of a Wimpy Kid: Old School“.

Die Penguin Random House Grupo Editorial verzeichnete eine Erholung der Geschäfte im nach wie vor volatilen spanischen Markt; in Lateinamerika wurden ebenfalls Zuwächse erzielt. Bestseller waren unter anderem „Hombres buenos“ von Arturo Pérez-Reverte, „El amante japonés“ von Isabel Allende sowie „El mundo azul“ von Albert Espinosa. Bei der Integration der im Vorjahr übernommenen spanisch- und portugiesischsprachigen Verlagsaktivitäten von Santillana Ediciones Generales wurden signifikante Fortschritte erzielt.

Die Verlagsgruppe Random House in Deutschland steigerte den Umsatz, erreichte einen Rekord beim operativen Ergebnis und entwickelte sich damit besser als der Markt. Zu den meistverkauften Titeln gehörten „Die Betrogene“ von Charlotte Link und „Altes Land“ von Dörte Hansen.

Penguin Random House baute in allen Märkten das Digitalgeschäft weiter aus; in den USA war der E-Book-Absatz indessen von neuen Verkaufskonditionen im Handel gekennzeichnet. Die Verlagsgruppe trennte sich im Berichtsjahr von der Self-Publishing-Einheit Author Solutions und vom australischen Onlinebuchhändler Bookworld.

Autoren von Penguin Random House gewannen prestigeträchtige Auszeichnungen, darunter den Pulitzer Prize für Biographie für „The Pope and Mussolini“ von David I. Kertzer und den Man Booker Prize für „A Brief History of Seven Killings“ von Marlon James.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Gruner + Jahr

Umsatzanalyse

Umsatzanalyse

Gruner + Jahr setzte im Geschäftsjahr 2015 die strategische Transformation zu einem führenden Haus der Inhalte fort. Bedingt durch Veräußerungen und die Endkonsolidierung der Geschäfte in Asien im Vorjahreszeitraum sowie die allgemeine Entwicklung im Anzeigenmarkt verzeichnete G+J einen um 12 Prozent verringerten Umsatz von 1,54 Mrd. € (Vj.: 1,75 Mrd. €). In den Kernmärkten Deutschland und Frankreich legten die Umsätze der Digitalaktivitäten hingegen weiter zu. Infolge der insgesamt sinkenden Umsatzerlöse sowie anhaltend hoher Aufwendungen für den Ausbau der Digitalgeschäfte ging das Operating EBITDA um 22,9 Prozent auf 128 Mio. € (Vj.: 166 Mio. €) zurück. Die EBITDA-Marge betrug 8,3 Prozent (Vj.: 9,5 Prozent). G+J beschäftigte zum Jahresende 13.245 Mitarbeiter.

Im November 2015 wurde entschieden, die Arvato-Tochter Medienfabrik ab 1. Januar 2016 Gruner + Jahr zuzuordnen, um zusammen mit G+J Corporate Editors den größten Content- Communication-Anbieter in Deutschland zu schaffen. G+J erwarb zum Jahresende das auf Schüler- und Studierendenmarketing spezialisierte Start-up Employour.

G+J Deutschland verzeichnete angesichts eines deutlich rückläufigen Print-Anzeigengeschäfts einen Umsatz- und Ergebnisrückgang. Die Vertriebserlöse entwickelten sich aufgrund einer Print-Offensive und angepasster Copypreise gegen den Markt stabil. G+J investierte sowohl in die Erweiterung seines Zeitschriften- Portfolios („Barbara“, „Brigitte Wir“, „Stern Crime“, „National Geographic Traveler“) als auch in digitale Aktivitäten. So erwarb das Unternehmen u. a. den auf Geschenkideen spezialisierten E‑Commerce-Anbieter Danato und übernahm die Food-Plattform Delinero vollständig. Mit dem niederländischen Start-up Blendle schloss G+J eine strategische Partnerschaft. G+J stellte zudem Investitionsmittel und Medialeistung im Volumen von insgesamt 50 Mio. € bereit, um in Start-ups und Innovationen zu investieren. Daneben wurden erste Projekte aus dem Innovationslabor Greenhouse realisiert. G+J EMS baute seine Position als Premium-Crossmedia-Vermarkter aus. Das Unternehmen wuchs u. a. dank innovativer Native-Advertising- Produkte, sogenannter Programmatic- und Word-of-Mouth- Kampagnen.

Die Motor Presse Stuttgart verzeichnete vor allem durch den Verkauf des Frankreichgeschäfts geringere Umsätze, das Ergebnis verbesserte sich aber dank Kostenmaßnahmen. Die sächsische DDV Mediengruppe verzeichnete dank gut laufender Neugeschäfte und höherer Vertriebserlöse mehr Umsatz, das Ergebnis ging infolge der Einführung des Mindestlohns zurück.

Der Umsatz der internationalen Geschäfte konnte 2015 organisch gesteigert werden, war insgesamt aber rückläufig. In Frankreich steigerte die G+J-Tochter Prisma Media den Umsatz leicht, das Operating EBITDA ging trotz eines stark wachsenden Digitalgeschäfts leicht zurück. Erfolgreich entwickelte sich insbesondere der Videovermarkter Advideum. Die Aktivitäten in Österreich blieben in Umsatz und Ergebnis unter Vorjahr. Der österreichische Pressemarkt war weiter stark unter Druck, was sich auch in der Entwicklung der Verlagsgruppe News widerspiegelt. Im Anzeigengeschäft gewann die Gruppe aber Marktanteile hinzu. Die Aktivitäten von Gruner + Jahr in China entwickelten sich analog zur verminderten Wachstumsdynamik in China deutlich rückläufig; seit Ende 2014 werden die Geschäfte von Boda nur noch at-equity konsolidiert.

Das spanische Geschäft verzeichnete im Ergebnis dank Kostenmaßnahmen einen deutlichen Aufwärtstrend und war erstmals seit 2010 wieder profitabel. G+J Niederlande wies eine weitgehend stabile Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus. Aus dem italienischen Markt zog sich G+J aufgrund mangelnder strategischer Perspektiven zum 1. Juli 2015 durch Verkauf des 50-prozentigen Anteils am Joint Venture Gruner + Jahr/Mondadori zurück.

Auch 2015 wurden zahlreiche Journalisten und Autoren von G+J für ihre Arbeiten mit Preisen ausgezeichnet.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Arvato

Umsatzanalyse

Umsatzanalyse

Der international tätige Dienstleister Arvato verzeichnete im Geschäftsjahr 2015 ein moderates Umsatzwachstum und einen leichten Anstieg beim operativen Ergebnis. Der Umsatz wuchs sowohl akquisitorisch als auch organisch und legte insgesamt um 4,0 Prozent auf 4,8 Mrd. € (Vj.: 4,7 Mrd. €) zu. Trotz konjunktureller Herausforderungen in einzelnen Märkten und Anlaufkosten für neue Projekte stieg das Operating EBITDA um 2,6 Prozent auf 394 Mio. € (Vj.: 384 Mio. €). Die EBITDA-Marge betrug damit 8,1 Prozent nach 8,2 Prozent im Vorjahr. Arvato beschäftigte zum Jahresende 72.457 Mitarbeiter.

Im Juli wechselte die Führung von Arvato. Der Unternehmensbereich wird seither von einer Geschäftsleitung um Fernando Carro als CEO geführt. Die Sparten-CEOs der drei großen Solution Groups Customer Relationship Management (CRM), Supply Chain Management (SCM) und Financial Solutions rückten in das Group Management Committee von Bertelsmann auf. Die Druck- und Replikationsgeschäfte von Arvato wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2016 in die neu gegründete Bertelsmann Printing Group überführt, die Kommunikationsagentur Medienfabrik der Bertelsmann- Tochter Gruner + Jahr zugeordnet. Damit ist Arvato auf die wachstumsstarken Dienstleistungsgeschäfte fokussiert.

Umsatz und Ergebnis der Solution Group CRM stiegen im Geschäftsjahr deutlich. Dabei setzte das Geschäft seine Transformation vom telefonischen Kunden-Service hin zu umfassenden digitalen Kommunikationsdienstleistungen weiter fort. In den Branchen Healthcare und IT/Internet konnte die Solution Group CRM wichtige neue Kunden gewinnen.

Die Solution Group SCM baute 2015 sowohl in Deutschland als auch international bestehende Kundenbeziehungen aus; Umsatz und Ergebnis legten leicht zu. Positive Impulse kamen dabei aus den US-Geschäften, dem strategischen Wachstumsfeld E‑Commerce-Dienstleistungen sowie Lösungen für die Gesundheitsbranche.

Die Solution Group Financial Solutions legte im Berichtszeitraum beim Umsatz zu, das operative Ergebnis blieb auf hohem Niveau stabil. Gestützt wurde dies vor allem durch eine positive Geschäftsentwicklung in den skandinavischen und deutschsprachigen Ländern. Durch die zum 1. Juni 2015 erworbene 40-prozentige Beteiligung an dem brasilianischen Finanzdienstleister Intervalor gelang zudem der Einstieg in den lateinamerikanischen Markt.

Die Nachfrage nach Dienstleistungen der Solution Group IT rund um die Themenfelder Anwendungsentwicklung und Systemintegration war auch im Berichtsjahr 2015 konstant hoch. Überlagert wurde diese Entwicklung durch hohe Set-up-Kosten in einem Großprojekt sowie einen Geschäftsrückgang in den USA. Im Umsatz legten die IT-Geschäfte zu, beim Ergebnis gaben sie leicht nach. Im Bereich Digital Marketing wurde 2015 die Transformation der bestehenden Geschäfte weiter vorangetrieben.

Die Druckgeschäfte von Arvato gaben in Umsatz und Ergebnis leicht nach. Durch weitere Investitionen wurde die Technologieführerschaft gefestigt. Die Umsätze in der Speichermedienreplikation gingen erwartungsgemäß zurück; in den USA stellte Arvato seine Replikationsaktivitäten zum Jahresende ein.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Be Printers

Umsatzanalyse

Umsatzanalyse

Die im Unternehmensbereich Be Printers gebündelten europäischen Tiefdruckaktivitäten und internationalen Offset- und Digitaldruckereien von Bertelsmann gaben im Geschäftsjahr 2015 sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis nach. Der Umsatz von Be Printers sank 2015 um 25,5 Prozent auf 742 Mio. € (Vj.: 996 Mio. €). Das Operating EBITDA verringerte sich um 26,6 Prozent auf 47 Mio. € (Vj.: 64 Mio. €). Die EBITDA-Marge betrug 6,3 Prozent nach 6,4 Prozent im Vorjahr. Be Printers beschäftigte zum Jahresende 3.415 Mitarbeiter.

Hintergrund für diese Entwicklung waren vor allem Desinvestitionen in Südeuropa sowie ein marktbedingter operativer Geschäftsrückgang im europäischen Tiefdruckmarkt. Auch der Technologiewandel hin zu mehr Offset- und Digitaldruck sowie sinkende Auflagen bei Zeitschriften, Katalogen und Print-Werbung belasteten den Umsatz im Tiefdruckgeschäft. Zugleich konnten bestehende Verträge mit großen Verlagshäusern wie G+J, Klambt und Axel Springer in Europa sowie mit Sony Entertainment in den USA verlängert werden.

Im Dezember 2015 übernahm Be Printers die verbleibenden 25,1 Prozent an der Druckerei-Gruppe Prinovis vom bisherigen Mitgesellschafter Axel Springer. Die Konzernmutter Bertelsmann fasste in der Folge ihre bei Arvato und Be Printers angesiedelten Offset- und Tiefdruckaktivitäten zum 1. Januar 2016 unter dem Dach der Bertelsmann Printing Group zusammen und schuf damit den größten Druckereiverbund Europas. Auch verschiedene kleinere Medien- und Dienstleistungsgeschäfte sowie das Replikationsgeschäft wurden dem neuen Unternehmensbereich zugeordnet.

Für Be Printers lag der Schwerpunkt 2015 weiterhin auf einem Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit bei Qualität und Kosten. Im Zuge der Konzentration auf Kernmärkte zog sich das Unternehmen im Berichtszeitraum aus Spanien zurück: Die Druckereien Rotocobrhi in Madrid und Eurohueco in Barcelona wurden im April 2015 an den britischen Druckinvestor Walstead Capital verkauft.

Der europäische Tiefdrucker Prinovis erweiterte mit dem Start des Regelbetriebs zweier Offsetdruckmaschinen am Standort Dresden seine Angebotspalette in Richtung kleinerer Auflagen, zusätzlicher Formate und kurzfristigerer Zeitpläne. Aufgrund insgesamt niedrigerer Auftragsvolumina verbuchte Prinovis gegenüber dem Vorjahr jedoch deutliche Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis.

Die US-Druckereien von Be Printers sahen sich mit sinkenden Marktpreisen im Segment Buchdruck konfrontiert, konnten dies aber durch eine Ausweitung des Geschäfts mit innovativen Printprodukten auf neue Branchen mehr als ausgleichen.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Corporate Investments/Corporate Center

Der Bereich Corporate Investments, der alle operativen Aktivitäten von Bertelsmann auf Konzernebene umfasst, entwickelte sich im Geschäftsjahr 2015 positiv: Umsatz und operatives Ergebnis wurden deutlich gesteigert. Der Umsatz erhöhte sich um 22,4 Prozent auf 624 Mio. € (Vj.: 510 Mio. €) und das Operating EBITDA um 82 Prozent auf 80 Mio. € (Vj.: 44 Mio. €). Dazu trugen die fortgesetzte Expansion des Musikunternehmens BMG sowie der Ausbau des Bildungsgeschäfts bei. Die EBITDA-Marge betrug 12,8 Prozent nach 8,6 Prozent im Vorjahr. Bei Corporate Investments waren zum Jahresende 4.654 Mitarbeiter beschäftigt.

Bertelsmann erzielte im Berichtsjahr wesentliche Fortschritte beim Aufbau des neuen Geschäftsfeldes Bildung. Das Unternehmen erhöhte seine Beteiligung am Online-Bildungsanbieter Udacity und wurde größter Anteilseigner von HotChalk, einem Online-Bildungsdienstleister in den USA. Die Marktposition von Relias Learning wurde durch die Übernahme des E-Learning- Anbieters RediLearning gestärkt. Gemeinsam mit weiteren Bildungsgeschäften des Konzerns sind diese Unternehmen seit September in der neu gegründeten Bertelsmann Education Group, die ihre operative Arbeit zum 1. Januar 2016 aufnimmt, gebündelt. In Brasilien beteiligte sich Bertelsmann an Affero Lab, einem führenden B2B-Anbieter von Weiterbildung.

BMG wuchs weiter im Bereich Recordings sowie im Management audiovisueller Inhalte, ebenso wie im Publishing- Geschäft mit den Übernahmen des Rock- und Metal-Labels Rise Records, des Pop-Labels S-Curve Records sowie des Labels Atmosphériques in Frankreich. Ferner erwarb BMG die Verse Music Group, die Rechtekataloge von Minder Music sowie den Buddy-Holly-Katalog in den USA. Mit Dave Stewart, Janet Jackson, Silbermond, Katie Melua und Emerson Lake & Palmer kamen namhafte Künstler neu hinzu. In China schloss BMG einen umfassenden digitalen Distributionsvertrag mit Alibaba. Im Oktober führte Janet Jackson mit „Unbreakable“ die „Billboard Top 200“-Charts an und bescherte BMG damit das erste Nummer-eins-Album in den USA.

Der Investmentfonds BDMI, der sich an Digitalfirmen vor allem in den USA beteiligt, und der auf zukunftsträchtige Firmen in China spezialisierte Fonds BAI erwarben mehrere neue Beteiligungen. In Brasilien legte Bertelsmann gemeinsam mit Bozano Investimentos einen neuen Fonds auf, der sich auf Bildungsunternehmen, insbesondere im Bereich Gesundheitswesen, fokussiert. In Indien wurden die Beteiligungen an Pepperfry, dem führenden Onlinemarktplatz für Möbel, und am Musik-Streamingdienst Saavn ausgebaut.

Der Club Bertelsmann stellte seine Geschäftstätigkeit im deutschsprachigen Raum zum Jahresende wie geplant ein.

Das Corporate Center unterstützte 2015 die Umsetzung der Konzernstrategie entlang der vier strategischen Stoßrichtungen. Zudem wurde im Rahmen des Programms Operational Excellence der Aufbau eines weltweiten Netzwerkes von Accounting Shared Services Centers vereinbart. Die weltweite Koordination sowie Teile der deutschlandweiten Buchhaltungsdienstleistungen sollen künftig maßgeblich vom Standort Rheda aus erfolgen. Ein Arbeitsschwerpunkt des Corporate Center war darüber hinaus die Integration der Arvato-Stabsfunktionen sowie von Teilen der G+J-Stäbe in die Konzernzentrale. Vorangetrieben wurde auch der Aufbau des Zentralvorstandsbereiches Personal mit den Schwerpunkten Bildung und Talentmanagement.