Bilanzierungsgrundlagen

Der Halbjahresfinanzbericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA wurde unter Beachtung von § 37w WpHG aufgestellt und einer prüferischen Durchsicht durch den Konzernabschlussprüfer unterzogen. Er entspricht den International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie diesbezüglichen Interpretationen (IFRIC) des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind (EU-IFRS), und enthält einen in Übereinstimmung mit IAS 34 Zwischenberichterstattung erstellten verkürzten Konzern-Zwischenabschluss einschließlich ausgewählter erläuternder Anhangangaben. Bei der Aufstellung wurden – mit Ausnahme der im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendeten Rechnungslegungsvorschriften – grundsätzlich die gleichen Bilanzierungsund Bewertungsmethoden wie im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 angewendet. Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden sowie der ab 2016 anzuwendenden neuen bzw. überarbeiteten Rechnungslegungsstandards und Interpretationen ist im Anhang des Konzernabschlusses im Geschäftsbericht für das Jahr 2015 veröffentlicht.

Zum 30. Juni 2016 fanden die folgenden Rechnungslegungsvorschriften erstmals Anwendung:

  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2010–2012 (veröffentlicht im Dezember 2013)
  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2012–2014 (veröffentlicht im September 2014)
  • Änderungen an IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen: Bilanzierung von Erwerben an gemeinschaftlichen Tätigkeiten
  • Änderungen an IAS 1: Angabeinitiative
  • Änderungen an IAS 16 und IAS 38: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden
  • Änderungen an IAS 16 und IAS 41: Fruchttragende Pflanzen
  • Änderungen an IAS 19: Leistungsorientierte Pläne – Arbeitnehmerbeiträge
  • Änderungen an IAS 27 Einzelabschlüsse: Equity-Methode in Einzelabschlüssen

Die Effekte aus der Erstanwendung sind für den Bertelsmann- Konzern unwesentlich. Weitere veröffentlichte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards, Interpretationen oder Änderungen hat der Bertelsmann-Konzern nicht vorzeitig umgesetzt.

Konsolidierungskreis

Neben der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden in den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2016 alle wesentlichen Tochterunternehmen, über die die Bertelsmann SE & Co. KGaA die Beherrschung im Sinne des IFRS 10 ausüben kann, voll einbezogen. Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 bilanziert. Der Konsolidierungskreis einschließlich der Bertelsmann SE & Co. KGaA umfasst zum 30. Juni 2016 insgesamt 956 (31. Dezember 2015: 954) Unternehmen mit 49 Zugängen und 47 Abgängen im ersten Halbjahr 2016. Darin enthalten sind 876 (31. Dezember 2015: 883) vollkonsolidierte Unternehmen, davon 763 (31. Dezember 2015: 758) 100-Prozent-Tochterunternehmen. Zusätzlich werden 29 (31. Dezember 2015: 29) Gemeinschaftsunternehmen und 51 (31. Dezember 2015: 42) assoziierte Unternehmen unter Anwendung der Equity-Methode im Konzernabschluss bilanziert. Nicht im Konsolidierungskreis enthalten sind 230 (31. Dezember 2015: 224) Unternehmen ohne nennenswerten Geschäftsbetrieb und mit einer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann-Konzerns.

Akquisitionen und Desinvestitionen

Der Cashflow aus Akquisitionstätigkeit betrug im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 128 Mio. €, davon entfallen auf die Neuerwerbe des ersten Halbjahres nach Abzug erworbener liquider Mittel 108 Mio. €. Die übertragene Gegenleistung im Sinne von IFRS 3 belief sich auf insgesamt 144 Mio. € unter Berücksichtigung von bedingten Bestandteilen in Höhe von 6 Mio. €. Des Weiteren wurden im Zusammenhang mit den Unternehmenserwerben Put-Optionen in Höhe von 3 Mio. € bilanziert.

Im März 2016 erwarb die RTL Group 93,75 Prozent der Anteile an der Smartclip Holding AG einschließlich ihrer fünf Tochtergesellschaften. Smartclip bündelt das Onlinevideoinventar von über 700 Publishern weltweit und steuert die Integration und Auslieferung der Videowerbung auf sämtlichen internetfähigen Geräten. Das Unternehmen ergänzt die Investitionen der RTL Group im Bereich der digitalen Werbevermarktung. Das Bundeskartellamt erteilte im April 2016 die Genehmigung für die Übernahme. Die übertragene Gegenleistung betrug 48 Mio. € und wurde vollständig durch Zahlungsmittel erbracht. Aus der vorläufigen Kaufpreisallokation ergab sich ein steuerlich nicht abzugsfähiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 38 Mio. €. Dieser Wert resultiert aus den Fähigkeiten und der Marktkompetenz der Belegschaft von Smartclip sowie den erwarteten Synergieeffekten. Die RTL Group hat eine Put- und Call-Option für die verbliebenen nicht beherrschenden Anteile von 6,25 Prozent, die 2017 ausübbar ist. Der Ausübungspreis der Put-Option basiert auf einer variablen Komponente mit einer Obergrenze, deren 100-Prozent- Basis bei 200 Mio. € liegt. Der zugehörige Betrag wurde bei der Erstbewertung als finanzielle Verbindlichkeit zum Barwert des Rückzahlungsbetrags in Höhe von 3 Mio. € mit einer entsprechenden Reduzierung des Eigenkapitals angesetzt. Die Folgebewertung der finanziellen Verbindlichkeit erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten und blieb zum 30. Juni 2016 unverändert. Zukünftige Neubewertungen der Verbindlichkeit werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen betrugen weniger als 1 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst.

Im Mai 2016 übernahm die französische G+J-Tochter Prisma Media 100 Prozent der Anteile an der Groupe Cerise. Das Unternehmen gehört vor allem aufgrund seiner Videoangebote zu den führenden digitalen Mediengruppen Frankreichs. Durch die Akquisition stärkt Gruner + Jahr die Position von Prisma Media in den für die digitale Entwicklung strategisch wichtigen Bereichen Video, Mobile, Technologie und soziale Netzwerke. Die vorläufig übertragene Gegenleistung beträgt 42 Mio. € und wurde vollständig durch Zahlungsmittel erbracht. Aus der vorläufigen Kaufpreisallokation ergab sich ein steuerlich nicht abzugsfähiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 32 Mio. €, der im Wesentlichen Synergiepotenziale repräsentiert, die aus der Verbindung bestehender Marken und Geschäfte und einer Stärkung der Position in digitalen Werbemärkten realisiert werden sollen. Die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen betrugen weniger als 1 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst.

Die Kaufpreisallokationen für Smartclip und Groupe Cerise sind zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht abgeschlossen, da die Erstellung und Prüfung der zugrunde liegenden finanziellen Informationen noch andauert. Änderungen in der Zuordnung des Kaufpreises auf die einzelnen Vermögenswerte und Schulden können sich daher noch ergeben.

Darüber hinaus tätigte der Bertelsmann-Konzern im ersten Halbjahr 2016 mehrere Akquisitionen, die für sich genommen nicht wesentlich waren. Auch in Summe sind die Auswirkungen dieser Akquisitionen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung. Aus den sonstigen Akquisitionen entstanden steuerlich nicht abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 41 Mio. €, die Synergiepotenziale widerspiegeln. Die mit diesen Transaktionen verbundenen Aufwendungen betrugen 2 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Die beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden der Akquisitionen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung auf Basis der derzeit noch vorläufigen Kaufpreisallokationen können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Auswirkungen der Akquisitionen  

in Mio. €SmartclipCeriseSonstigeSumme
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte383241111
Sonstige immaterielle Vermögenswerte9131335
Sachanlagen11
Sonstige langfristige Vermögenswerte314
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte88
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen92617
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte11
Liquide Mittel111214
 
Schulden
Finanzschulden-1-2-3
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten-21-5-17-43
 
Nicht beherrschende Anteile-1-1

Sämtliche im ersten Halbjahr 2016 getätigten Neuerwerbe im Rahmen des IFRS 3 trugen seit der Erstkonsolidierung 22 Mio. € zum Umsatz und 0 Mio. € zum Konzernergebnis bei. Bei Einbeziehung dieser Neuerwerbe ab dem 1. Januar 2016 hätten sie 45 Mio. € zum Umsatz und -2 Mio. € zum Konzernergebnis beigetragen.

Aus den Desinvestitionen im ersten Halbjahr 2016 erzielte der Bertelsmann-Konzern nach Berücksichtigung abgehender liquider Mittel Zahlungsströme in Höhe von -4 Mio. €. Die Desinvestitionen haben zu einem Ertrag aus Endkonsoliderung in Höhe von 6 Mio. € geführt, der in der Position „Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen“ ausgewiesen wird.

Auswirkungen der Desinvestitionen  

in Mio. €Summe
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte2
Sonstige immaterielle Vermögenswerte2
Sachanlagen2
Sonstige langfristige Vermögenswerte1
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte6
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte14
Liquide Mittel9
 
Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen6
Finanzschulden1
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten31

Währungsumrechnung

Für die aus der Sicht des Bertelsmann-Konzerns wichtigsten Fremdwährungen wurden für Zwecke der Währungsumrechnung folgende Euro-Wechselkurse zugrunde gelegt:

  DurchschnittskurseStichtagskurse
Fremdwährung für 1 € 1. Halbjahr 20161. Halbjahr 201530.6.201631.12.201530.6.2015
Australischer DollarAUD1,52211,42581,49291,48971,4550
Kanadischer DollarCAD1,48401,37681,43841,51161,3839
Chinesischer RenminbiCNY7,29566,93787,37557,06086,9366
Britisches PfundGBP0,77880,73240,82650,73400,7114
US-DollarUSD1,11611,11521,11021,08871,1189

Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Prinzipien und Methoden zur Bewertung zu beizulegenden Zeitwerten sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. Hinsichtlich der Erläuterungen und zusätzlichen Angaben zu den Finanzinstrumenten wird auf den Anhang des Konzernabschlusses im Geschäftsbericht für das Jahr 2015 verwiesen. Im Nachfolgenden werden nur solche Angaben zu Finanzinstrumenten erläutert, die für das Verständnis der Veränderungen, die seit dem Ende des letzten Geschäftsjahres bei der Vermögens-, Finanzund Ertragslage erfolgten, wesentlich sind.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten wird folgende Hierarchie verwendet.

Stufe 1:
Der beizulegende Zeitwert der bestehenden Finanzinstrumente wird auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag ermittelt.

Stufe 2:
Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von nicht börsennotierten Derivaten verwendet Bertelsmann verschiedene finanzwirtschaftliche Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Unabhängig von der Art des Finanzinstruments werden zukünftige Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven auf den Bilanzstichtag diskontiert.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminabschläge und -aufschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften wird von zum Bilanzstichtag veröffentlichten Börsennotierungen abgeleitet. Eventuell bestehende Inkongruenzen zu den standardisierten Börsenkontrakten werden durch Interpolation bzw. Hinzurechnungen berücksichtigt.

Stufe 3:
Sofern keine beobachtbaren Marktdaten vorliegen, erfolgt die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte überwiegend auf Basis von Cashflow-basierten Bewertungsverfahren.

Die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach Stufe 2 und Stufe 3 erfordert bestimmte Annahmen des Managements bezüglich der Inputparameter des Modells einschließlich Cashflows, Abzinsungssatz und Ausfallrisiko. Im ersten Halbjahr 2016 sind keine Umgliederungen zwischen den Stufen 1, 2 und 3 erfolgt.

Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzderivaten wird das Wahlrecht nach IFRS 13.48 (Nettorisikobetrachtung) genutzt. Für die Ermittlung des Kreditrisikos aus Finanzderivaten wird die jeweilige Nettoposition der beizulegenden Zeitwerte mit den Vertragspartnern zugrunde gelegt, da diese hinsichtlich ihrer Markt- oder Kreditausfallrisiken auf Basis einer Nettoposition gesteuert werden.

Innerhalb der finanziellen Vermögenswerte werden Beteiligungen an verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, zu Anschaffungskosten bewertet, da diese über keine Preisnotierung auf einem aktiven Markt verfügen und eine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist. Zum 30. Juni 2016 betrugen diese finanziellen Vermögenswerte 293 Mio. € (31. Dezember 2015: 288 Mio. €). Es ist nicht geplant, von den zur Veräußerung verfügbaren „Sonstigen Beteiligungen“ wesentliche Anteile in naher Zukunft zu veräußern. Von den zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten wurden im ersten Halbjahr 2016 insbesondere die Beteiligung an Spring Rain Mobile Health Holdings Inc. sowie Anteile an Morningside China TMT Fund I veräußert. Für alle übrigen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden stellt deren Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Der Marktwert der Genussscheine 2001 betrug bei einem Schlusskurs von 314,00 Prozent am letzten Handelstag des ersten Halbjahres 2016 an der Frankfurter Wertpapierbörse 893 Mio. € (31. Dezember 2015: 903 Mio. € bei einem Kurs von 317,50 Prozent) und entsprechend 30 Mio. € bei den Genussscheinen 1992 bei einem Kurs von 178,62 Prozent (31. Dezember 2015: 29 Mio. € bei einem Kurs von 172,00 Prozent). Die Marktwerte sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen.

Im April 2016 begab Bertelsmann eine öffentlich notierte Anleihe über 500 Mio. € mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Darüber hinaus hat Bertelsmann im Juni 2016 im Rahmen einer Privatplatzierung ein Schuldscheindarlehen über 200 Mio. € mit einer zweijährigen Laufzeit begeben.

Zum 30. Juni 2016 betrug der kumulierte Marktwert der börsennotierten Anleihen 3.902 Mio. € (31. Dezember 2015: 3.272 Mio. €) bei einem Nominalvolumen von 3.786 Mio. € (31. Dezember 2015: 3.286 Mio. €) und einem Buchwert von 3.761 Mio. € (31. Dezember 2015: 3.266 Mio. €). Die Börsenkurse sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Zum 30. Juni 2016 betrug der gesamte Buchwert der Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen 707 Mio. € (31. Dezember 2015: 507 Mio. €) und der gesamte Marktwert belief sich auf 762 Mio. € (31. Dezember 2015: 540 Mio. €). Bei Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen erfolgt die Ermittlung des Marktwerts anhand finanzmathematischer Verfahren auf Basis von Zinskurven, die um die Kreditmarge des Konzerns angepasst werden. Die dabei berücksichtigte Kreditmarge resultiert aus der am jeweiligen Stichtag gültigen Marktquotierung für Credit Default Swaps. Der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte liegen Diskontierungssätze von -0,24 Prozent bis 1,57 Prozent zugrunde. Die beizulegenden Zeitwerte der Privatplatzierungen und der Schuldscheindarlehen sind der Stufe 2 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen.

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskategorien  

in Mio. €Stufe 1:
notierte Preise von
aktiven Märkten
Stufe 2:
beobachtbare
Marktdaten
Stufe 3:
nicht beobachtbare
Marktdaten
Summe
30.6.2016
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle Vermögenswerte1111
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte1013041
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte88593
Derivate mit Hedge-Beziehung5050
1015035195

Finanzielle Vermögenswerte der Bewertungsstufe 3  

in Mio. €Beim erstmaligen
Ansatz als
erfolgswirksam
zum beizulegenden
Zeitwert
klassifizierte
finanzielle
Vermögenswerte
Zur Veräußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögenswerte
Zu Handelszwecken
gehaltene
originäre
und derivative
finanzielle
Vermögenswerte
Derivate mit
Hedge-
Beziehung
Summe
Stand 1.1.201630636
Gesamter Gewinn (+) bzw.
Verlust (-)
-1-1
– in Gewinn- und Verlustrechnung-1-1
– im sonstigen Ergebnis
Umgliederungen aus „Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen“
Erwerbe
Emissionen
Veräußerung/Tilgung
Umgliederungen aus/in Stufe 3
Stand 30.6.201630535
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus
den zum Stichtag noch im Bestand
befindlichen Vermögenswerten
-1-1

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien  

in Mio. €Stufe 1:
notierte Preise von
aktiven Märkten
Stufe 2:
beobachtbare
Marktdaten
Stufe 3:
nicht beobachtbare
Marktdaten
Summe 30.6.2016
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle Verbindlichkeiten4646
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Verbindlichkeiten6060
Derivate mit Hedge-Beziehung66
6646112

Finanzielle Verbindlichkeiten der Bewertungsstufe 3  

in Mio. €Beim erstmaligen
Ansatz als
erfolgswirksam
zum beizulegenden
Zeitwert
klassifizierte
finanzielle
Verbindlichkeiten
Zu Handelszwecken
gehaltene
originäre
und derivative
finanzielle
Verbindlichkeiten
Derivate mit
Hedge-Beziehung
Summe
Stand 1.1.20164545
Gesamter Gewinn (-) bzw. Verlust (+)
– in Gewinn- und Verlustrechnung
– im sonstigen Ergebnis
Erwerbe44
Emissionen
Tilgungen-3-3
Umgliederungen aus/in Stufe 3
Stand 30.6.20164646
Gewinn (-) bzw. Verlust (+) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Verbindlichkeiten

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steueraufwand für das erste Halbjahr 2016 wurde gemäß IAS 34 auf Basis des durchschnittlichen jährlichen Steuersatzes ermittelt, der für das gesamte Jahr 2016 erwartet wird und auf Basis aktueller Einschätzungen des Bertelsmann Managements 34,6 Prozent beträgt. Darüber hinaus wurden steuerliche Sondereffekte in den tatsächlichen und latenten Steuern erfasst, so dass sich eine geringere Steuerquote in der Gewinn- und Verlustrechnung ergab.

Sonstige Angaben

Aufgrund der saisonalen Einflüsse auf die Unternehmensbereiche werden im zweiten Halbjahr tendenziell höhere Umsatzerlöse und ein höheres operatives Ergebnis als im ersten Halbjahr erwartet. Die höheren Umsätze im zweiten Halbjahr sind vor allem auf die steigende Nachfrage während des Weihnachtsgeschäfts, insbesondere in den werbegetriebenen Geschäften und im Buchverlagsgeschäft, sowie auf die branchenübliche Saisonalität im Musikgeschäft zurückzuführen.

Das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen resultiert aus mehreren im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments getätigten Transaktionen, darunter im Wesentlichen aus dem Verkauf der Beteiligung an Spring Rain Mobile Health Holdings Inc. und von Anteilen an Morningside China TMT Fund I.

Der Rückgang des Abzinsungssatzes für die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen führte zur Erfassung versicherungsmathematischer Verluste in Höhe von 569 Mio. € vor Berücksichtigung der damit verbundenen steuerlichen Auswirkungen im Posten „Neubewertungskomponente leistungsorientierter Versorgungspläne“.

Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Vorjahr in Höhe von 3 Mio. € umfasste Nachlaufeffekte im Zusammenhang mit dem Verkauf des ehemaligen Unternehmensbereichs Direct Group.

Zum 30. Juni 2016 wurden die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Fremantle Media und StyleHaul auf Wertminderung in Übereinstimmung mit IAS 36 überprüft. Angesichts der Entwicklung von Fremantle Media in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2016 wurde die unternehmensinterne Planung leicht nach oben angepasst. Diese berücksichtigt die Stärkung des Produktionsgeschäfts durch Talent Deals und durch kürzliche Akquisitionen sowie die anhaltende Stärke wesentlicher Franchises von Fremantle Media. Entsprechend erwartet Fremantle Media, trotz des weiter anhaltenden Preisdrucks innerhalb des gesamten Inhaltegeschäfts, seine EBITA-Marge innerhalb der Laufzeit der unternehmensinternen Planung leicht erhöhen zu können. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der Nutzungswert ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 2,5 Prozent (31. Dezember 2015: 2,5 Prozent) und einem Zinssatz von 7,1 Prozent (31. Dezember 2015: 7,4 Prozent). Zum 30. Juni 2016 übersteigt der erzielbare Betrag den Buchwert auf der Ebene von Fremantle Media um 374 Mio. € (31. Dezember 2015: 189 Mio. €). Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 1,3 Prozentpunkte, bei einer Verminderung des jährlichen Umsatzes um 1,9 Prozent oder bei einer Verminderung der EBITDA-Marge um 1,7 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert.

Der signifikante Anstieg an Videoabrufen spiegelte sich aufgrund einer verzögerten Diversifizierung der Einnahmequellen, insbesondere des Umsatzes aus Inhalten (content revenue) und eines geringeren Umsatzes pro tausend Klicks (revenue per thousand impressions, RPM), nicht vollständig im Umsatzwachstum von StyleHaul wider. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der Nutzungswert ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 2,0 Prozent (31. Dezember 2015: 2,0 Prozent) und einem Zinssatz von 13,0 Prozent (31. Dezember 2015: 13,0 Prozent). Zum 30. Juni 2016 übersteigt der erzielbare Betrag den Buchwert auf der Ebene von StyleHaul um 10 Mio. € (31. Dezember 2015: 11 Mio. €). Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,7 Prozentpunkte, bei einer Verminderung des jährlichen Umsatzes um 1,3 Prozent oder bei einer Verminderung der EBITDA-Marge um 1,6 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert.

Erläuterung zur Segmentberichterstattung

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2016 wurden die strategischen Wachstumsbereiche Musik und Bildung sowie die Fondsaktivitäten der Corporate Investments in die drei eigenständigen Unternehmensbereiche BMG, Bertelsmann Education Group und Bertelsmann Investments aufgeteilt. BMG ist ein internationales Musikunternehmen. Der Bereich Bertelsmann Education Group beinhaltet die Wachstumsgeschäfte und Beteiligungen, die auf hochwertige Bildungsangebote spezialisiert sind. Bertelsmann Investments umfasst die Fonds Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI), Bertelsmann Asia Investments (BAI), Bertelsmann Brazil Investments (BBI) und Bertelsmann India Investments (BII), die in innovative, aussichtsreiche Geschäfte investieren. Darüber hinaus werden seit dem 1. Januar 2016 die Offset- und Tiefdruckaktivitäten des Konzerns in dem Unternehmensbereich Bertelsmann Printing Group gebündelt. Er umfasst die bislang in dem Unternehmensbereich Arvato angesiedelten Unternehmen Mohn Media, GGP Media und Vogel Druck, die bisher unter Be Printers geführten Tiefdruckaktivitäten von Prinovis in Deutschland und Großbritannien sowie die Offset- und Digitaldruckereien von Be Printers in den USA. Zu der neuen Division gehören darüber hinaus weitere bislang dem Unternehmensbereich Arvato zugeordnete Geschäfte, darunter die RTV Media Group, das Lettershop-Geschäft Campaign sowie das Speichermedienreplikationsgeschäft Sonopress. Des Weiteren gehört das bis zum 31. Dezember 2015 dem Unternehmensbereich Arvato zugeordnete Unternehmen Medienfabrik seit dem 1. Januar 2016 dem Unternehmensbereich Gruner + Jahr an.

Die drei neuen Unternehmensbereiche werden vom Bertelsmann-Vorstand seit 1. Januar 2016 separat gesteuert und überwacht, so dass in der internen Berichterstattung und externen Segmentberichterstattung seit dem Jahr 2016 acht operative berichtspflichtige Segmente (RTL Group, Penguin Random House, Gruner + Jahr, BMG, Arvato, Bertelsmann Printing Group, Bertelsmann Education Group und Bertelsmann Investments) abgebildet werden. Die Vorjahreswerte in diesem Bericht wurden entsprechend angepasst.

Überleitung der Summe der Segmentergebnisse auf das Konzernergebnis  

in Mio. €1. Halbjahr 20161. Halbjahr 2015
Operating EBITDA der Bereiche1.1601.099
Corporate-43-35
Konsolidierung-6-1
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen309293
Korrektur um in Sondereinflüssen enthaltene Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen-3-1
Sondereinflüsse101
EBIT aus fortgeführten Aktivitäten805670
Finanzergebnis-117-119
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten688551
Ertragsteueraufwand-206-156
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten482395
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten3
Konzernergebnis482398

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Bertelsmann-Konzerns zu erwarten ist.